Der RBB hat einen schönen Bericht über die Gedenkaktionen am 5. August 2023 an die „Rote Kapelle“ in Plötzensee und Kreuzberg veröffentlicht. Dabei wird auch auf die Biografie von Ursula Goetze eingegangen, nach der in Lichtenberg eine Straße benannt ist. Auch dort fand ein Gedenken statt.
Die VVN-BdA Lichtenberg beteiligte sich an den Aktionen.
Wir erinnern uns an den Karlshorster Bürger, Rudolf Mandrella, und laden herzlich ein:
Termine: 9 Uhr Gottesdienst Katholische Gemeinde St. Marien, Berlin-Karlshorst, Gundelfinger Straße 37 11 Uhr Gedenkfeier vor dem ehemaligen Wohnhaus in Berlin-Karlshorst, Königswinterstraße 24 16 Uhr Gedenken am Mandrella-Platz in Berlin-Köpenick
Der Tag seiner Ermordung jährt sich am 3. September 2023 zum 80. Mal. Rudolf Mandrella wurde 1902 geboren und kam als junger Mann in den 1920er Jahren nach Berlin zum Studium. Seine Freizeit verbrachte er in katholischen Gruppen z.B. um den bekannten Seelsorger Carl Sonnenschein. Seit 1936 wohnte er mit seiner Frau in Karlshorst. Hier kamen drei Söhne des Ehepaars zur Welt. Er war Richter am Amtsgericht in Köpenick. 1941 war er bei der Kriegsmarine in Stettin stationiert. Dort war er Teil eines Kreises von katholischen Männern um Kaplan Herbert Simoleit. Ein Spitzel der Gestapo verriet Mitglieder des Kreises, die daraufhin verhaftet und sieben von ihnen von den Nazis ermordet wurden. Bei der Gedenkveranstaltung wird auch eine kleine Ausstellung zu sehen sein. Wir laden ein, mit uns dieses aufrechten Menschen zu gedenken.
Eine Veranstaltung der Initiative Stolpersteine Karlshorst, VVN-BdA Lichtenberg e.V., Stolperstein-Initiative Lichtenber (Licht-Blicke), Katholische Hochschule für Sozialwesen, Katholische Gemeinde Karlshorst (St. Marien)
Heute erinnern wir an Ursula Goetze, die vor 80 Jahren durch die Nazis ermordet worden ist und nach der eine Straße in Lichtenberg benannt wurde. Sie war eine deutsche Widerstandskämpferin zur Zeit des Deutschen Faschismus.
Heute erinnern wir an Hilde Coppi, die vor 80 Jahren durch die Nazis ermordet worden ist und nach der eine Straße und eine Schule in Lichtenberg benannt wurde. Sie war eine deutsche Widerstandskämpferin zur Zeit des Deutschen Faschismus. Sie gehörte gemeinsam mit ihrem Mann Hans Coppi zur Roten Kapelle.
Heute erinnern wir an Eduard Zachert, der vor 80 Jahren von den Nazis ermordet wurde. Nach ihm wurde eine Straße in Lichtenberg benannt. Er war ein deutscher sozialdemokratischer Politiker, Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Deutschen Faschismus.
Heute erinnern wir an Anton Saefkow, der vor 120 Jahren geboren und nach dem ein Platz in Lichtenberg benannt wurde. Er war ein deutscher Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Deutschen Faschismus.
Filmvorführung in Anwesenheit der Filmemacherin Ingrid Strobl In diesem Jahr jährt sich der Aufstand im Ghetto Białystok zum 80. Mal: Ab dem 16. August 1943 kämpften jüdische Widerstandskämpfer*innen im „Antifaschistischen Kampfblock“ gegen die finale Vernichtungsaktion des Ghettos Białystok durch die Nationalsozialisten. Im „Antifaschistischen Kampfblock“ waren die zentralen Widerstandsgruppen des Ghettos vertreten wie die zionistischen Jugendorganisationen Dror und Hashomer Hatzair oder die Kommunisten. Die überwältigende Mehrheit von ihnen kam wie die Bewohner*innen des Ghettos ums Leben – sie fielen während der Kämpfe oder wurden vor allem nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Rückgrat des Widerstands waren junge Jüdinnen wie Chaika Grossman, Lisa Czapnik und Anja Rud, die im „arischen Teil“ Białystoks die Logistik des Widerstands organisierten. Hierzu zählte das Beschaffen von Wohnungen, Pässen und Waffen. Außerdem unterhielten sie die Verbindung zu den Partisanengruppen in den umliegenden Wäldern, zu denen die Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto nach der Flucht gelangen wollten. Am 21. August 2023, 19.00 Uhr, zeigen wir den Film „Mir zeynen do“ von Ingrid Strobl aus dem Jahr 1992, in dem die drei Kämpferinnen ausführlich zu Wort kommen. Andreas Kahrs vom Bildungswerk Stanisław Hantz wird zum Aufstand kurz einleiten und mit der Filmemacherin Ingrid Strobl ein Gespräch zu den Entstehungsbedingungen ihres Films und den Begegnungen mit den Widerstandskämpferinnen führen.
Heute erinnern wir an Rudolf Seiffert, der vor 115 Jahren geboren und nach dem eine Straße in Lichtenberg benannt wurde. Er war ein deutscher Kommunist, Arbeitersportler und Widerstandskämpfer gegen den Deutschen Faschismus.
Kundgebung am 23.6. am Prerower Platz als Reaktion auf die rechtsmotivierten Brandanschläge in Neu-Hohenschönhausen
Auch bei strömendem Regen versammelten sich antifaschistische und lokale Initiativen sowie etliche Anwohnerinnen aus Hohenschönhausen bei der Kundgebung. Sie waren gekommen, um gegen eine Neonazi-Clique zu protestieren, die seit anderthalb Jahren aus rassistischen Gründen Brandanschläge auf Wohnhäuser im Kiez verübt. Die Kundgebung wurde unter anderem von einer größeren Gruppe Zivilbeamter des Berliner LKA kritisch beäugt. Selbst in Zeiten rassistischer Anschläge, scheint für die Polizeibehörden der Feind links zu stehen. „Bei mir hat’s schon mehrfach gebrannt“ berichtet ein Anwohner, persönliche Gegenstände im Keller sind auch zu Schaden gekommen. Weitere Anwohnerinnen stellen sich dazu und nicken. Die meisten wohnen in der Nähe des Prerower Platzes, auch ein paar Menschen aus Alt-Hohenschönhausen sind gekommen. Sie sind verärgert über den ganzen Schaden, der in ihren Häusern angerichtet wurde und wünschen sich Reaktionen der Hausverwaltungen und Politik. Letztendlich würden die verursachten Kosten durch die Brände auf die Mieter*innen umgelegt. Das verärgert viele.
Björn Höcke ist ein Nazi. Die AfD Thüringen wird selbst vom Inlandsgeheimdienst als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Sonneberg ist ein Ort, in dem die jugendlichen „Baseball-Schläger“-Nazis der 1990er Jahre sich als „bürgerliche Mitte“ etablieren konnten. Ihre Kinder tragen heute Nazi-Parolen und Hetze in die Schulen und schüchtern alle ein, die versuchen sie in die Schranken zu weisen. Nun ist dort der AfD-Kandidat Robert Sesselmann zum Landrat gewählt worden und alle – außer den 52,8 Prozent der Wähler:innen, die ihm ihre Stimme gegeben haben – sind entsetzt.