Protest gegen den Ausschluss von VVN-BdA-Symbolen am 8. Mai in Karlshorst

19. Mai 2026

Wir solidarisieren uns mit unserem Mitglied Gerhard Langguth, der am 8. Mai das Gelände des Museum Berlin-Karlshorst nicht betreten durfte, weil er ein VVN-BdA-Halstuch trug.

Wir fordern das Museum auf, diese Regelung einer kritischen Prüfung zu unterziehen und bei der Veranstaltung im nächsten Jahr Symbole des Widerstands auf dem Gelände zuzulassen. Alles andere wäre geschichtsvergessen.

Interview in der „jungen Welt“:

„Das Museum Berlin-Karlshorst wird Jahr für Jahr am Tag der Befreiung von Menschen aufgesucht, die am Ort der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945 an die Zerschlagung des deutschen Faschismus und die damit verbundenen Opfer erinnern wollen. Sie waren am vergangenen Freitag auch dort, durften aber nicht auf das Gelände des Museums. Warum?

Ich bin am 8. Mai zu der kleinen Kundgebung vor dem Museum gegangen. Irgendwann kam der Bürgermeister des Bezirks Lichtenberg. Die ehemalige Lichtenberger Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch und die Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner waren auch da. Sie sind auf das Museumsgelände gegangen, um dort Blumen und Kränze niederzulegen. Und da wollte ich mitgehen. Der Wachschutz hat mich allerdings nicht hineingelassen, weil ich ein Halstuch der VVN trug. Sie sagten, sie hätten die Weisung, niemanden mit politischen Symbolen auf das Gelände zu lassen.

Haben Sie darauf hingewiesen, dass es sich um die Organisation der Verfolgten des Naziregimes handelt?

Ja, aber das hat sie nicht interessiert. Als Gesine Lötzsch zurückkam, habe ich sie auf die Situation aufmerksam gemacht. Sie hat dann den Leiter des Museums, Jörg Morré, an die Pforte geholt. Ich kenne Herrn Morré von früher, denn in meiner Zeit als Vorsitzender der VVN-BdA in Lichtenberg hatte ich ab und an mit ihm zu tun. Ich habe ihn gefragt, was das soll. Das hier ist ein Ort, der an die Zerschlagung des Faschismus erinnert, und dann kommt einer mit einem Halstuch der Organisation der Verfolgten des Naziregimes und wird am Tag der Befreiung vom Faschismus nicht auf das Museumsgelände gelassen. Das ist doch nicht mehr normal. Und kein Antifaschismus.

Das hat ihn nicht nachdenklich gemacht?

Nein. Er hat bekräftigt, dass an diesem Tag alle politischen Symbole verboten sind. Und wenn einer mit einem AfD-Abzeichen käme, würde er den auch wegschicken. Er hat die VVN mit der AfD auf eine Stufe gestellt. An diesem Ort. Dann hat er angeboten, dass ich auf das Gelände gehen könne, falls ich das Tuch unter dem Kragen meiner Jacke verberge. Das habe ich abgelehnt und blieb ausgesperrt. Gesine Lötzsch konnte Morré auch nicht davon überzeugen, mich hineinzulassen. Der Bürgermeister, den ich ebenfalls angesprochen habe, hat gesagt, er könne nichts machen. Morré habe das Hausrecht.

Hat Morré die Verbotsverfügung, die ja noch über die Bestimmungen der Allgemeinverfügung der Berliner Polizei für den 8. und 9. Mai hinausgeht, Ihnen gegenüber begründet?

Nur damit, dass das Museum keine »Störungen« wolle. Was für Störungen die Symbolik der VVN verursachen könnte, hat er leider nicht erläutert.“

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https://www.jungewelt.de/artikel/522627.8-mai-und-zeitenwende-hat-der-leiter-des-museums-das-verbot-begr%C3%BCndet.html