Bericht von Gedenken an Wilhelm Guddorf
11. März 2012
Anläßlich seines 110. Geburtstages trafen sich Nachbarn des Denkmals für die Rote Kapelle und Antifaschisten zum Gedenken.
Lebensbericht: Wilhelm Guddorf wurde in Melle bei Gent/Belgien als Sohn eines Universitätsprofessors geboren. Schon auf dem Gymnasium fiel seine Sprachbegabung auf, er beherrschte später fast alle westeuropäischen und slawischen sowie eine Reihe weiterer Sprachen. Nach dem Krieg Umzug nach Osnabrück, Abitur und Studium der Volkswirtschaft, Geschichte, Musik- und Kunstwissenschaft an den Universitäten Münster, Leyden und Paris. 1922 Eintritt in die KPD. 1924/25 Redakteur der „Freiheit“ und des „Rhein-Ruhr-Pressedienstes“ der KPD. 1925/26 mehrmonatige Haft. Ab 1926 leitet Guddorf die außenpolitische Redaktion der Roten Fahne und veröffentlicht Artikel, Essays sowie historische Betrachtungen unter dem Pseudonym Paul Braun. 1933 illegal für die KPD tätig, am 22. März 1934 verhaftet und am 17. Juli 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Strafverbüßung Einlieferung in das KZ Sachsenhausen. Im April 1939 freigelassen.
In einem Berliner Antiquariat beschäftigt, lernte er Eva-Maria Buch (31.1.1921 – 5. 8.1943) kennen. Beide waren dann eng befreundet und gemeinsam illegal aktiv. Tätigkeit als Übersetzer, wurde einer der Herausgeber der Widerstandszeitschrift „Die innere Front“, die in fünf Sprachen erschien. Er hatte Verbindung zu der Gruppe Schulze-Boysen („Rote Kapelle“) und wurde am 15. Oktober 1942 erneut verhaftet und furchtbar gefoltert. Am 3. Februar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt, wurde Wilhelm Guddorf am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
20120312_1_bericht_vom_gedenken_an_wilhelm_guddorf_2012.pdf (157 KB / 2 S.)